1) Akutbehandlung der Multiple Sklerose
Cortikosteroide (in der Umgangssprache als "Cortison" bekannt):
Unter den Patienten wie auch bei manchen Ärzten herrscht eine gewisse Zurückhaltung vor dem Einsatz
von Cortikosteroiden und die vielfältigen Nebenwirkungen sind ja auch nicht zu übersehen. Trotzdem sind
sie wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung und der Tatsache, dass sie in der Lage sind, die Blut-Hirn-Schranke
relativ schnell wieder abzudichten, anerkanntermaßen bei der Behandlung eines akuten Schubes das Medikament
erster Wahl. Ein akuter Schub kann mit Hilfe von Corticoiden abgekürzt und gemildert werden. Ein Effekt
auf den Langzeitverlauf der MS ist allerdings sehr umstritten.
Aus dem vorher Gesagten ergibt sich schon, dass eine Behandlung mit Corticoiden als Regelbehandlung auf die
schubförmig verlaufende MS beschränkt ist. Beim chronisch progredienten Verlauf werden diese
Medikamente nur unter bestimmten Vorbedingungen eingesetzt.
Während man in früheren Jahren die Corticoidgaben nur niedrig dosierte mit ganz niedrigen
Anfangsdosierungen und einer anschließenden Ausschleichphase, behandelt man heute einen akuten Schub
ultrahochdosiert aber nur kurzzeitig.
Als Nebenwirkungen sind bekannt: Bluthochdruck, Osteoporose, Cushing-Gesicht (aufgedunsenes Gesicht), NNR-Insuffizienz
(ungenügende Leistung der Nebennierenrinde), Ulcus ventriculi (Magengeschwür), etc. Sie treten insbesondere bei
längerer Anwendung auf.
(Zusammengestellt von Hans Derichs aus folgenden Veröffentlichungen:
- Olaf Hebener: "Fundamente der Hoffnung, Theorie und Therapie der Multiple
Sklerose", The World of Books Ltd, ISBN 3-932977-02-5
- William A. Sibley, M.D.: "Therapien der
Multiplen Sklerose", Neuauflage (2002)
- Wolfgang Weihe:"Multiple Sklerose", Aus Wissenschaft und Forschung, ISBN 3-933378-00-1)
Ersteinstellung: 15. Juni 1999
Zuletzt überarbeitet: 1. März 2006
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