6.6) Cranio-Sacral-Therapie
Vortragsveranstaltung am 11. Oktober 2003 in Mannheim
Zum Thema Cranio-Sacral-Therapie referierte am 11.10.03 Frau Elisabeth Klett. Sie arbeitet seit 30 Jahren als Physiotherapeutin, beschäftigt sich seit 15 Jahren mit ganzheitlicher Physiotherapie und hat eine Privatpraxis in Heidelberg-Dossenheim. Da Frau Klett als die Expertin für die Cranio-Sacral-Therapie bekannt ist, waren wir besonders glücklich, sie für dieses Referat gewinnen zu können. Ihr Vortrag war lebendig, zeugte von hohem Fachwissen und reicher Erfahrung und wurde von den zahlreichen Anwesenden sehr interessiert aufgenommen.
Was ist Cranio-Sacral-Therapie?
Die Behandlung des cranio-sacralen Systems (CSS) berücksichtigt die knöchernen und membranösen Strukturen des Schädels (Cranium), der der Wirbelsäule und des Kreuzbeins (Sacrum) sowie die Dynamik der cerebrospinalen Flüssigkeit (CSF) und des Zentralnervensystems.
Die carnio-sacrale Behandlungsform wurde anfangs dieses Jahrhunderts von Dr. W.G. Sutherland, D.M., D.O., auf der Basis der Osteopathie von Dr. A. Still entwickelt (Craniale Osteopathie) und ab den 70er Jahren durch Dr. J.E. Upledger teilweise ergänzt und erweitert (Cranio-Sacral-Therapie). Dr. Sutherland entdeckte, dass in der anatomischen Struktur des cranio-sacralen Systems, entgegen der damaligen Lehrmeinung, die Fähigkeit zu einem feinen und komplexen Bewegungsmechanismus angelegt ist. Weiter fand er heraus, dass die CSF gezeitengleich pulsiert und das CSS eine rhythmische Bewegung zeigt, die dieser Pulsation folgt. Dieser „Lebensatem“ ist die treibende Kraft für den cranialen Rhythmus und ist gleichzeitig ein zentrales, ordnendes und heilendes Prinzip, welches die Funktionen von Körper und Geist in einem Gleichgewicht erhält. Wo dieses Prinzip gestört ist, entstehen Beschwerden und Krankheiten.
Durch subtile Berührung (max. 5 Gramm Druck) und Mobilisationsbewegungen der cranio-sacralen Strukturen können Blockierungen im CSS und am ganzen Körper erkannt und gelöst werden. Dadurch wird es den von Blockaden befreiten Gebieten des Körpers möglich, sich der in der CSF innewohnenden Heilkraft und Ordnung neu zu öffnen. Dieser Vorgang ist oftmals ein psycho-emotionaler Prozess, in welchem alte und tief verkörperte Verhaltensmuster und Traumas gelöst werden können, was zu einem tiefen Selbstheilungsprozess führen kann.
Wie ist die Arbeitsweise?
Cranio-Sacral-Therapie ist eine sanfte, nicht invasive Therapie. Durch leichte Berührung an Körper, Sacrum (Kreuzbein) und Cranium (Schädel) sammelt die Therapeutin Informationen über den körperlichen Zustand des Patienten.
Ähnlich wie bei Atem- (14-18 cpm) und Herzrhythmus (60-80 cpm), gibt auch der Cranio-Sakral-Rhythmus (6-12 cpm) diagnostische Hinweise in Bezug auf Amplitude (Bewegungsausmaß), Frequenz und Symmetrie (vorne/hinten, oben/unten, innen/außen).
Mittels indirekter Technik kann man auf fasziale Bewegungseinschränkungen an Körper und Schädel einwirken, den Energiefluss verbessern, die Vitalität erhöhen und somit die Selbstheilungskräfte aktivieren.
Da es eine sehr sanfte Therapie ist, kann sie bei allen Altersstufen vom Neugeborenen bis zum Greis angewandt werden.
Mindestens 200 Studien belegen, dass eine Bewegung der Schädelknochen physiologisch ist, jedoch eine Verknöcherung der Schädelnähte Ursache von vielerlei Symptomen sein kann.
Eindrucksvoll demonstrierte Frau Klett die Arbeitsweise der Cranio-Sacral-Therapie an Dr. Volker Reimann, der sich bereitwillig zur Verfügung stellte.
Rita Dittmann
Quelle: Blickpunkt 4/03
Ersteinstellung: 16. August 2005
Zuletzt überarbeitet: 1. April 2006
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