Leben mit MS

1)

Psychosomatische Zusammenhänge

2)

Leben in Freiheit und Selbstbestimmung

Leben mit Multiple Sklerose

Ganzheitlich und in Eigenverantwortung

Von Hans Derichs

In Deutschland, so lauten die Schätzungen, erfahren täglich 10 Menschen die Diagnose: "Sie leiden an MuItipler Sklerose." Bei einer solchen Diagnose bricht für den Betroffenen und auch für die Angehörigen zunächst einmal eine bis dahin heile Welt zusammen. Der Arzt, der der/dem Betroffenen die Mitteilung macht, ist der Erste Kontakt in dieser neuen Situation. Und diesen Augenblick schildern manche Betroffene als einen niederschmetternden. So berichtet eine Patientin: "Der Arzt sagte mir: 'Sie haben MS. Das heißt, dass Sie vielleicht in zwei Jahren im Rollstuhl sitzen. Damit müssen Sie sich jetzt vertraut machen." Einer anderen Betroffenen wurde zwei Jahre lang das wahre Ergebnis einer eingehenden Untersuchung in der Neurologischen Uni-Klinik vorenthalten. Dann gab diese Ärztin auf eingehende Fragen der Patientin zu, dass die wahre Diagnose Encephalomyelitis disseminata sei. Bis dahin hieß es immer, es handele sich um eine vorübergehende Sehnerventzündung. Einen Berater fanden alle diese Patienten in ihren Ärzten nicht. Dabei ist diese neue Lebenssituation für keinen der Betroffenen leicht. Und wie reagiert das Umfeld? Hier treffen wir ebenfalls auf Reaktionen, die aus einer Unwissenheit geboren sind und die dem Betroffenen nicht nur wenig hilfreich sind, sondern oft eher in die Isolation treiben. Da gibt es Eltern, die ein krankes Kind nicht akzeptieren wollen, die die Krankheit einfach ignorieren. Eine Betroffene, Erzieherin von Beruf, musste die unverständliche Überreaktion der Kindergartenleiterin erfahren, die es der Betroffenen untersagte, mit der Gruppe alleine etwas zu unternehmen. Und es darf nicht verschwiegen werden, dass viele Betroffene nach einer solchen Diagnose von ihren Lebenspartnern verlassen werden. Solches Verhalten des Umfeldes setzen dem Patienten zusätzlich zu und können sie/ihn in eine Depression treiben.

Aber, es gibt auch, das darf nicht verschwiegen werden, das große Heer der Ungenannten, die dem Betroffenen eine echte Stütze und ein echter Halt sind. Da sind Ärzte, die von Anfang an dem Patienten ein Berater und Wegbegleiter sein wollen und es auch sind. Ärzte, die keine Scheu davor haben zuzugeben, dass sie über keine Mittel verfügen, mit denen man die Krankheit sicher stoppen kann und die nicht nur die so genannten medizinisch erprobten Therapien ins Gespräch bringen, sondern gerade im Frühstadium der Krankheit auf so genannte Alternative Therapien und deren Vorteil der Nebenwirkungsfreiheit hinweisen. Und das sind auch die Ärzte, die sich mit dem Patienten über jeden noch so kleinen Erfolg freuen. Und man darf auch nicht die Männer und Frauen zu erwähnen vergessen, die in dieser schweren Zeit treu zu ihrem Partner stehen und die nach dem Motto: „Wir schaffen auch das gemeinsam!“ dem Betroffenen eine große Hilfe sind.

Information und Hilfe erhalten Sie bei der M.S.K.e.V. und u. a. bei den beiden Organisationen "Stiftung Lebensnerv", wenn es um die Psychosomatischen Zusammenhänge bei der MS geht und wenn Sie Antworten auf Fragen des Lebens in Freiheit und Selbstbestimmung suchen bei der "Bundesweites, verbandsübergreifendes Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e. V." (FORSEA). Wenn Sie Fragen zum Thema „Behinderung und Ausweis“ haben, klicke Sie die entsprechende Seite unten an.

  1. Stiftung Lebensnerv
  2. FORSEA

Ersteinstellung: 15. Juni 1999
Zuletzt überarbeitet: 1. März 2006