Unterschiedliche Therapieansätze

Multiple Sklerose ist die „Krankheit der 1.000 Gesichter": Deshalb folgt die MSK e.V. der Auffassung, dass es kein allgemein verbindliches Therapieschema für die Krankheit gibt!

Wenn MS von Mensch zu Mensch unterschiedlichste Ausprägungen und Verläufe zeigt, muss die Therapie ganz individuell auf den einzelnen abgestimmt sein. Wenn auch MS momentan noch nicht geheilt werden kann, gibt es doch medikamentöse, begleitende und alternative Therapien, die den Verlauf positiv beeinflussen können. Sie werden im Folgenden kurz vorgestellt. Welcher Ansatz für den eigenen Krankheitsverlauf der richtige ist, muss mit behandelnden Ärzten und anderen Therapeuten genau geklärt werden.

Leitlinien zur MS-Behandlung

Bei der medikamentösen Therapie der Krankheit folgen Ärzte zumeist den aktuellen Leitlinien zur MS-Behandlung, die von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie heraus gegeben werden. Diese Handlungsempfehlungen für Ärzte beinhalten jedoch einige Schwächen, worauf kürzlich Dr. med. Jutta Scheiderbauer eindrücklich hingewiesen hat. Die MSK e.V. unterstützt einen sensiblen Umgang mit diesen Empfehlungen. Wer sich selbst über die Leitlinien und ihre Problemstellungen informieren möchte, kann Jutta Scheiderbauers Vortrag zur Thematik im Blickpunkt 2/2015 nachlesen:

MSK-Vortrag: „Was ist evidenzbasierte Medizin und ist diese bei MS realisiert?“

Von Dr. med. Jutta Scheiderbauer

Im Februar hielt Dr. Jutta Scheiderbauer einen Vortrag für MSK-Mitglieder zum Thema evidenzbasierte Medizin und setzte diese in Zusammenhang mit der Aktualisierung der Leitlinie zu MS. Zahlreiche Zuhörer kamen ins Gemeindezentrum St. Clara nach Mannheim-Seckenheim, um sich zu informieren und zu diskutieren. Vielen Dank für die rege Beteiligung! Ihren Vortrag und die aktuelle Entwicklung fasst Jutta Scheiderbauer nachfolgend für uns zusammen. Nach dem kritischen Bericht von Dr. Scheiderbauer hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie, DGN, die Leitlinie unabhängig überprüfen lassen. Die vier nicht an der Erstellung der Leitlinie beteiligten Kollegen kamen zu ganz ähnlichen Schlüssen wie Dr. Scheiderbauer. Die DGN will daraus Konsequenzen für die Leitlinienentwicklung insgesamt ziehen.