Was ist eine „randomisierte placebo-kontrollierte doppelblinde Studie“?

Von Teresa Koschwitz

Gerade wer sich für medizinische Themen interessiert, wird häufig über wissenschaftliche Studien stolpern. Doch zahlreiche Begriffe rund um Forschungsstudien muss man erst einmal verstehen. Studien werden grundsätzlich in Beobachtungs- und Experimentalstudien unterteilt. Bei Beobachtungsstudien handelt es sich meistens um Datenerhebungen, ohne dass zusätzliche Untersuchungen oder Experimente durchgeführt werden.

Klinische Studien

Experimentalstudien hingegen führen – wie der Name es schon verrät – gezielte Experimente durch. In klinischen Studien prüfen Forscher, ob ein neues Medikament oder Verfahren sicher, verträglich und wirksam ist. Unter „klinisch“ versteht man, dass die Studien mit Menschen durchgeführt werden.

In diesem Zusammenhand liest man oft den Begriff „randomisierte kontrollierte Studie“. Bei solchen Studien werden die Versuchsteilnehmer in der Regel in Gruppen aufgeteilt, zum Beispiel erhält Gruppe A Medikament X und Gruppe B in einer Behandlung Medikament Y. Die Zuordnung zu diesen Gruppen erfolgt randomisiert, also per Zufallsverfahren. Weder Teilnehmer noch Studienleiter nehmen Einfluss auf die Einteilung. Das gewährleistet, dass verschiedene Einflussfaktoren gleichmäßig auf die Gruppe aufgeteilt werden. Kontrolliert ist die Studie durch eine vorhandene Kontrollgruppe, mit der die Ergebnisse verglichen werden können.

Placebo-kontrollierte Studien

Von „placebo-kontrolliert“ spricht man, wenn eine Gruppe ein Placebo, also ein Scheinarzneimittel ohne pharmakologische Wirkung, erhält, während die andere Gruppe tatsächliche Medikamente verabreicht bekommt. Wissen beide Parteien, also Ärzte und Probanden, in welche Gruppe ein Teilnehmer eingeteilt wurde, wird die Studie als „offen“ bezeichnet. „Blind“ ist sie, wenn nur die Ärzte Bescheid wissen, in welcher Gruppe sich der Patient befindet.

Offene, blinde, doppelblinde Studien

„Doppelblind“ ist eine Studie dann, wenn weder die durchführenden Ärzte noch die Probanden wissen, in welche Gruppe die Patienten eingeteilt wurden. Ihnen ist also nicht bekannt, ob sie zum Beispiel ein Placebo oder ein tatsächliches Medikament erhalten.

Die Kombination all dieser Begriffe, eine randomisierte placebo-kontrollierte doppelblinde Studie (per Zufallsverfahren in Gruppen aufgeteilt, einige Probanden erhalten nur Placebos und niemand weiß, wie die Verteilung ist) bildet die Königsdisziplin der klinischen Studien, da Verzerrungen und Einflussnahmen seitens der Forscher oder auch der Probanden weitestgehend ausgeschlossen werden. Mit dem Wissen um diese wenigen Begrifflichkeiten kann man sich dem Lesen der Studien gleich viel aufmerksamer widmen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Teresa Koschwitz und der Redaktion des „Medjournals“