Jan Wintgens, Blickpunkt-Ausgabe 04/2025
Stellen Sie sich vor: Ein Forschungssystem, das sich nicht danach richtet, welche Medikamente den größten Umsatz versprechen, sondern danach, was Patient*innen wirklich brauchen. Für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) wäre das ein Wendepunkt. Zwar hat die Pharmaindustrie in den vergangenen Jahrzehnten wirksame Therapien hervorgebracht, doch zu welchem Preis? Viele Bedürfnisse bleiben weiterhin unberücksichtigt: Fatigue, Depressionen, alltagsnahe Rehabilitationsmethoden oder schlicht die Frage, wie Medikamente bezahlbar bleiben können. Hier setzt die Idee von Public Pharma an – ein gemeinwohlorientiertes Modell, das in anderen europäischen Ländern bereits erste Formen angenommen hat und auch in Deutschland dringend diskutiert werden sollte.