Ein bewegendes Wochenendseminar

Von Sandra und Bernd Meixner, Blickpunkt 3/2016

Seit ungefähr zwei Jahren sind wir, Sandra und Bernd Meixner, Mitglieder der Freizeitsportgruppe KSG Rhein-Neckar in Heidelberg-Wieblingen. Dort treffen wir uns einmal im Monat mit anderen Rollstuhlfahrenden und Begleitpersonen, um Rollstuhltraining zu machen. Wir fanden es notwendig, da Sandra als MS-Betroffene zwar noch mit dem Rollator laufen konnte, aber immer öfter auf den Rollstuhl angewiesen war. Weil es schon in der Freizeitsportgruppe viel Spaß gemacht hatte, dachten wir uns, dass wir an einem zweitägigen Mobilitätstraining teilnehmen sollten, um vielleicht noch etwas dazuzulernen, da zwei volle Tage doch intensiver sind als nur ein Sonntagnachmittag.

Am 25. und 26. Juni fand in Rheinstetten bei der Firma t-rv das erste zweitägige, von der MSK e.V. organisierte Mobilitätstraining statt. Das Training wurde von Holger Kranz gestaltet, der bereits viel Erfahrung als Leiter der Freizeitsportgruppe der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des integrativen Sports mitbrachte. Es hatten sich circa 20 Rollstuhlfahrende mit verschiedenen Einschränkungen (u.a. MS und Spina bifida) eingefunden, die den besseren Umgang mit dem Hilfsmittel Rollstuhl erlernen wollten.

Blickpunkt 2/2015
Es ist immer wieder die gleiche Geschichte: Weit entfernt, im Urwald, am Amazonas oder sonst irgendwo lebt ein Naturvolk ohne Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht, Herzinfarkt oder Krebs. Da genau ihre Pflanze oder Beere, Wurzel oder auch Nuss (eigentlich egal) reich an Vitaminen, Antioxidantien (wieder egal) ist. Und sie trinken genau diesen speziellen Tee oder essen genau diese spezielle Pflanze. Natürlich wird auch durch Studien belegt, dass der gesundheitliche Nutzen sogar Holunderbeeren oder Rotwein übertreffen soll. Ein neues Superfood ist geboren! Aber brauchen wir das wirklich?

„Richtiges Theaterspielen mit Text lernen und so, das ist nichts für mich. War es noch nie. Aber Improvisationstheater machen, das kann ich bestimmt gut. Da muss man ja nur Alltagssituationen simulieren und nachstellen.“

Petra Orben – MS Meine Seite, Blickpunkt 1/2015

Das waren seit jeher meine klugen Worte, was ein Leben auf der Bühne betrifft. Schon in der Schule habe ich mich nicht darum gerissen, aktives Mitglied in der Theater-AG zu werden. Zu kompliziert diese Auswendiglernerei. Nur einmal war ich in einem kleinen Stück als passive Mitspielerin ohne Text zu sehen, an einem Tisch sitzend und Hähnchen (!) essend. Da sah ich doch eher meine Zukunft beim Improvisationstheater, wenn überhaupt. Denn das bisschen Improvisieren konnte schließlich nicht so schwer sein, oder? Einschlägige TV-Formate hatten einem dies ja zur Genüge erfolgreich und immer sehr amüsant vorgemacht. Aber in den vielen Irrungen und Wirrungen meines Lebens sind sämtliche Pläne dieser Art für viele Jahre in der Versenkung verschwunden. Doch weil ich immer ein offenes Ohr und ein wachsames Auge für die Dinge um mich herum habe, ist mir im letzten Jahr völlig zufällig ein Flyer vom Tanzhaus NRW in Düsseldorf in die Hände gefallen: „Experimentelles Bewegungstheater und schöpferische Improvisation“. Oh, interessant! Das könnte ja was für mich sein!